4 Tipps, um soziale Konflikte zu vermeiden

In diesem Beitrag gibt dir Mel 4 Tipps, um soziale Konflikte als Veganer zu vermeiden und eine positive Einstellung in Gesprächen mit anderen zu bewahren.

Wenn du dich dazu entscheidest vegan zu leben, unterscheidest du dich in deinen Essgewohnheiten und deinem allgemeinen Konsum vom Großteil der Menschheit. Die meisten Menschen, die du triffst, werden einen sehr gegensätzlichen Lebensstil verfolgen.

Vielleicht denkst du dir nach Begegnungen mit solchen Menschen: „Es ist traurig, dass er/sie noch nicht so weit ist wie ich und über seinen Konsum immer noch am Tierleid, der Umweltverschmutzung, etc. teilhat.“

Vermutlich macht dich das traurig oder sogar wütend. Kann ich gut verstehen.

Du selbst hast dich entschieden einer Ethik zu folgen, welcher nur die wenigsten deiner Freunde, Bekannten und Familie gerecht werden.

Und es kann leicht passieren, dass du dich deshalb als überlegen und besser fühlst. Ich gebe zu, mir ging es anfangs auf jeden Fall so.

Ein Mindset der Überlegenheit kann sich äußerst negativ auf dein Umfeld und deine Beliebtheit auswirken. Das Konfliktpotenzial ist hoch, wenn man sein Gegenüber innerlich verurteilt.

Natürlich wirst auch du einer ähnlichen Verurteilung ausgeliefert sein, denn viele Menschen werden deine Position nicht nachvollziehen können.

Doch bleiben wir erst mal bei deiner Perspektive – was kann dir helfen, soziales Konfliktpotenzial zu vermindern und dein Mindset zu verändern?

Dazu möchte ich dir ein paar hilfreiche Gedanken und Konzepte mitteilen.


4 Tipps um soziale Konflikte zu vermeiden

1.    Bring Perspektive in deinen ethischen Standard!

Es ist wichtig, seinen ethischen Standard sehr hoch anzusetzen. Damit meine ich den eigenen Anspruch an ein korrektes Handeln – zum Beispiel  das konsequente Ablehnen der Ausnutzung von Tieren beim Veganismus. Davon können deine Umwelt, deine Mitmenschen und du selbst stark profitieren.

Als umweltbewusster und vegan lebender Mensch hat man einen sehr hohen Standard, dem man vielleicht auch nicht immer gerecht wird.

Und weißt du was? Das ist absolut okay.


Hoher Standard ohne Verurteilung

Setze die Messlatte deiner ethischen Ansprüche hoch, dass hilft dir einen Umgang mit der Welt zu finden, mit dem du dich guten Gewissens wohlfühlst.

Verurteile aber gleichzeitig niemanden – der diesen Ansprüchen nicht gerecht wird – auch nicht dich selbst.

Wir sind alle nicht perfekt. Auch wenn du dir denkst, dass du die Dinge besser angehst als andere – du sitzt mit ihnen immer noch im selben Boot!


Haltungen sind prozesshaft

Ein ethischer Lebensstil entwickelt sich prozesshaft, Stück für Stück, Erkenntnis für Erkenntnis. Vielleicht hattest du sogar schon mehr Erkenntnisse als andere – das kann gut sein. Aber halte dir vor Augen, dass ihr alle auf dem gleichen Weg seid und versucht einen adäquaten Umgang mit eurer Umwelt zu finden.

Die allerallerwenigsten Menschen werden aus purer Boshaftigkeit anders handeln. Sie haben nur andere Erfahrungen, Prioritäten, Lebensumstände und Probleme als du und gehen ihren Weg deshalb anders oder vielleicht auch langsamer.

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2.    Sprich mit und nicht gegen andere!

Fällt dir auf, dass du und deine Gesprächspartner, besonders wenn es um das Thema Veganismus geht, immer nur gegeneinander sprechen? Versuch doch mal ab heute immer mit dem Gedanken in ein Gespräch zu gehen, dass es dabei um ein miteinander sprechen geht.

Dann versuchst du automatisch nicht dich zu verteidigen und ausfallend zu werden und auch dein gegenüber wird seltener in diese Position verfallen.


Dialog statt Diskussion

Es gibt einen Physiker, der sich mit dem Dialog befasst hat – David Bohm. Er sagt, dass wir im Dialog versuchen sollten, Dinge gemeinsam zu erdenken, zu hinterfragen, zu erkunden, zu beurteilen und nach Lösungen zu suchen.

Sich einander wirklich zuzuhören und Gespräche als gemeinsames Tun verstehen – darum geht’s. Begib dich nicht in eine Diskussion, sondern in einen Dialog.

Sei dir in solchen Dialogen bewusst, was du selbst denkst und beobachte, ob deine Gefühle deine Aussagen oder dein Verstehen verzerren. Das macht das Ganze nämlich schwieriger.

Versuch dein Gegenüber wirklich zu respektieren und dich in ihn hineinzuversetzen. Ohne Schuldzuweisungen, sondern mit Neugierde. Jedes Gespräch kann wertvoll sein und dich weiterbringen.


Ohne absolute Standpunkte

Es ist nichts Falsches daran, einen Standpunkt zu vertreten. Wenn du dich in einen Dialog begibst, dann versuch jedoch deinen Standpunkt nicht als absolut und festgemeißelt zu sehen.

Hebe ihn stattdessen in eine Art Schwebe, wo du auf ihn zugreifen kannst, er jedoch auch wandelbar bleibt. Betrachte  auch den Standpunkt deines Gegenübers so.

Ich finde Gespräche mit anderen, nach diesen innerlichen Maßstäben, immer spannend und sie machen mir sogar Spaß. Du solltest dir immer vor Augen führen, dass du dabei noch etwas Wichtiges lernen könntest und dass du noch lange nicht am Ziel angekommen bist.

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3.    Gehe großzügig mit deiner Aufmerksamkeit um!

Ist dir schon mal aufgefallen, wie reich du an Aufmerksamkeit bist? Du hast einen beinahe unerschöpflichen Vorrat! Wie oft gibst du anderen etwas davon? Und wie viel gibst du ihnen? Könntest du vielleicht noch großzügiger damit umgehen?

Alle Menschen freuen sich über Aufmerksamkeit, und wenn wir alle mehr davon ausgeben würden und auch mal ein paar Vorschüsse davon verteilen würden, dann wären wir, denke ich, alle etwas glücklicher.

Menschen voller Aufmerksamkeit zu begegnen wird sie offener für deine Ideen und Erklärungen machen. Wenn du mit jemandem über die Vorteile des Veganismus sprechen möchtest, dann schenke dieser Person Aufmerksamkeit und gehe auf Probleme ein, nimm ihre Zweifel und Ängste ernst und sprich von deinen Erfahrungen.

Die Verteilung deiner Aufmerksamkeit ist wichtig, wenn du mit anderen kommunizierst und nicht immer wieder in Streitigkeiten und Frustration verfallen willst.

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4.    Meine es gut mit deinem Gegenüber!

Wann immer du jemanden etwas sagen hörst oder tun siehst, solltest du ihm dabei möglichst edle Absichten unterstellen. Hört sich erst mal komisch an? Hier ein Beispiel:

Aussage von Bärbel: „Ich trage am liebsten Pullover aus Schafswolle!“

Variante 1:

Deine Gedanken dazu: „Was stimmt nicht mir dir, Bärbel?! Du willst also die Verstümmelung von Schafen und deren Misshandlungen absichtlich unterstützen!?“

Variante 2:

Deine Gedanken dazu: „Bärbel schätzt die Eigenschaften, die Wolle als Material mit sich bringt und sie ist sich vermutlich und nachvollziehbarerweise nicht darüber bewusst, dass in der Wollproduktion Schafe zu Schaden kommen.“

Was denkst du, welches Denken förderlicher für dein Gespräch sein wird?


Wohlwollendes Interpretieren

Versuche stets wohlwollend zu interpretieren und dein Gegenüber nicht vorschnell zu verurteilen.

Das nimmt dir selbst viel Frustration und du gehst automatisch viel offener und fröhlicher mit anderen um.

Dadurch werden auch deine Gesprächspartner positiver eingestimmt sein.

Und wenn wir alle unseren Mitmenschen grundsätzlich keine Boshaftigkeit im Handeln unterstellen würden, dann sehe die Welt direkt ein bisschen freundlicher aus.

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Bleib positiv und hab Verständnis!

Ich hoffe, diese Tipps konnten dir ein bisschen dabei helfen im Nächsten „Wieso zum Teufel bist du vegan?!“-Gespräch einen kühlen Kopf zu bewahren und sozialen Konflikten aus dem Weg zu gehen.

Meinungen mit anderen auszutauschen ist meiner Erfahrung nach wirklich wichtig. Viel zu oft passiert das jedoch auf feindseliger Basis. Versuch also dabei diesen Tipps zu folgen, positiv zu bleiben und Verständnis zu zeigen.

Viele Veganer haben einen schlechten Ruf oder werden unbeliebt, da es ihnen schwerfällt mit Leuten anderer Meinungen umzugehen – I feel you!

Mir selbst haben die hier vorgestellten Gedanken jedoch wirklich dabei geholfen und meine sozialen Kontakte sind seither wesentlich angenehmer.


Hast du oft Gespräche, die dich zur Frustration treiben? Wie gehst du damit um? Denkst du diese Tipps können helfen? Teile gern deine Erfahrungen mit uns!

Liebste Grüße

 

P.S: Punkt 3 und 4 basieren auf den Ideen von Georg Francks Buch „Ökonomie der Aufmerksamkeit“. Nach „David Bohm Dialog“ zu googlen lohnt sich sehr! Und Dale Carnegies „Wie man Freunde gewinnt“ ist meiner Meinung nach ein absolutes Must-Read! 😉

P.P.S: Hier hast du noch eine praktische Infografik zum Thema „Soziale Konflikte als Veganer vermeiden“ für deine Pinnwand bei Pinterest.

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About Mel

Ich bin fasziniert von der Heilkraft, die Ernährung und Lebensstil haben können. Mit meinen Beiträgen möchte ich dir zeigen, was dich krank und was dich gesund und fit machen kann, deswegen bin ich hier auf dem Ricemilkmaid Blog für die ernährungswissenschaftlichen Themen zuständig.

4 thoughts on “4 Tipps, um soziale Konflikte zu vermeiden

    1. Liebe Viola,

      vielen lieben Dank! Das freut mich sehr. Schön, dass du immer wieder vorbeischaust und unsere Beiträge liest! 🙂 LG, Mel

  1. Mel, ich finde es sehr gelungen, wie du diese Kommunikationsprinzipien auf die Haltung von Veganern, bzw. das Diskussionsthema Veganismus bezogen hast!

    Mir geht es oft auch so in Gesprächen, deshalb finde ich deinen Beitrag sehr ermutigend. Denn letztendlich können wir niemanden ändern, außer uns selbst. Kurzum: Ich stimme dir absolut zu, die von dir vorgeschlagenen Denkweisen und Haltungen im Dialog anzulegen, sind der wohl einzige Erfolgsschlüssel zu konstruktiven Dialogen mit Vegan-Verfechtern.

    PS. Weiter so, ich fände es spannend, zwischendurch auch mal Beiträge dieser Art von Euch beiden zu lesen, die nicht explizit in eine Kategorie passen 🙂

    1. Liebe Lettavio! 😛

      Vielen Dank für das Feedback! Es freut mich sehr deine Gedanken dazu zu lesen.

      Danke auch für den Formatvorschlag, da werden wir uns ganz bestimmt mal was überlegen. LG, Mel

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